Schwarz und Weiß weit jenseits jeder Zurückhaltung.

Entdeckt in Bordeaux, verwandelte dieses Interieur Geometrie in reinen visuellen Rhythmus. Zickzackmuster breiten sich aggressiv über die Wände aus, übergroße Kleeblattformen schweben durch Spiegelungen, und grafische Wiederholungen vervielfachen sich so stark, dass der Raum beinahe aufhört, sich wie Architektur zu verhalten.

Alles konkurriert. Alles funktioniert.

Trotz seiner Strenge wirkt das Bild erstaunlich luxuriös. Starke Kontraste. Präzise Wiederholungen. Tiefes Schwarz verschluckt den Raum, während klares Weiß ihn fast gewaltsam durchschneidet. Irgendwo zwischen Op-Art, Futurismus der Siebzigerjahre, Grafikdesign-Besessenheit und einem Nachtclub, der sich nicht beruhigen möchte.

Eleganz trifft frontal auf visuelle Reizüberflutung. Strenge Geometrie wird plötzlich verspielt. Dekorative Formen wirken durch Wiederholung und Spiegelung beinahe psychedelisch.

Die Muster verändern sich ständig mit Bewegung und Licht. Manche Formen verschwinden in spiegelnden Oberflächen, andere übernehmen plötzlich das gesamte Bild. Kontrolle löst sich langsam in optische Verwirrung auf.

Auf Textilien wurde diese grafische Spannung bemerkenswert lebendig. Die Wiederholung erzeugte Bewegung selbst im Stillstand.

Fotografie von Anna Bens.

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