Entdeckt in einem verlassenen Haus in Sintra, trägt diese Oberfläche die stille Eleganz eines vergessenen Interieurs in sich.
Wiederkehrende Blumenmuster, geschwungene Ornamente und sanft gewordene geometrische Formen schaffen eine Komposition, die zugleich dekorativ und architektonisch wirkt.
Die Zeit hat die Farbpalette behutsam verändert. Warmes Beige, Kreideweiß, verblasste Sandtöne und staubige Steinfarben verschmelzen miteinander, mildern die einst präzisen Reliefs und verleihen der Wand eine fast mineralische Qualität. Manche Fragmente bleiben deutlich sichtbar, während andere langsam wieder in der Oberfläche verschwinden.
Die Wiederholung erzeugt Rhythmus ohne Strenge. Blumen, Blätter und ornamentale Kurven setzen sich endlos über die Wand fort und bewegen sich zwischen Handwerkskunst und Meditation. Nichts drängt sich in den Vordergrund. Der Reichtum liegt im Detail, in der Struktur und in der Zurückhaltung.
Auf Textilien übertragen, entstanden durch die feinen Farbnuancen und die skulpturalen Reliefs außergewöhnlich vielschichtige Drucke. Aus der Ferne ruhig und zurückhaltend, aus der Nähe komplex und voller Tiefe.
Eine Wand, die die Geduld der Zeit erstaunlich gut bewahrt.
Fotografie von Nynke Moens.
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