Entdeckt an einem Kai im Eilandje, dem heute angesagten Hafenviertel von Antwerpen, wirkt diese verwitterte Tafel erstaunlich friedlich inmitten der ständigen Bewegung ihrer Umgebung.

Ein Schwan gleitet durch verblasstes türkisfarbenes Wasser unter einer blassen Sonne, umgeben von Schilf, Wolken und Fragmenten einer Landschaft, die langsam in der Oberfläche selbst zu verschwinden scheint.

Beinahe naiv. Beinahe traumhaft. Das Bild bewegt sich zwischen öffentlicher Beschilderung, vergessener Dekoration und zufälliger Poesie. Feuchtigkeit, Rost, Kratzer und Zeit haben die ursprüngliche Illustration so stark abgeschwächt, dass Teile davon fast vollständig verschwunden sind. Was ihr nur zugutekommt.

Türkisgrün, oxidierte Blautöne, verblasstes Weiß und ausgewaschenes Gelb verschmelzen zu einer Farbpalette, die gleichzeitig aquatisch und industriell wirkt. Rundherum: Fahrräder, Wohngebäude, Verkehr, Märkte, Baustellen und vorbeiziehende Gespräche. Antwerpen macht weiter, wie Antwerpen es eben tut.

Und dann plötzlich ein Schwan. Genau dieser Kontrast verleiht dem Bild seinen Charme. Zerbrechliche Natur eingefangen in einem städtischen Objekt, das selbst bereits von der Stadt gezeichnet wurde. Dekorative Ruhe, die erstaunlich gut zwischen Beton, Stahl und schlechtem Wetter überlebt.

Auf Textilien erzeugten die verblassten Strukturen und sanften Farben eine bemerkenswerte Tiefe. Die ausgewaschenen Oberflächen wirkten fast wie alte Pigmente, die direkt in den Stoff eingezogen sind.

Eine romantische Landschaft, die still in einem der am wenigsten romantischen Orte überhaupt überlebt.

Fotografie von Franci Haest und Nynke Moens.

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