Hinter alten geschnitzten Holztüren in Hongkong verdichtete sich eine ganze Welt zu einem einzigen Fenster. Kalender, Zigarettenverpackungen, Blumenmuster, Spirituosenwerbung, handgeschriebene Notizen, Vögel, Typografie, Glückssymbole und verblasste Illustrationen liegen Schicht über Schicht übereinander.

Völlig überladen. Völlig faszinierend.

Nichts passt zusammen und doch gehört alles zusammen. Zarte Rosatöne neben Tabakbraun. Sanftes Jadegrün trifft auf verblasste Cremetöne und tiefes Schwarz. Feine Blumen werden von markanten Zahlen und Zigarettenlogos unterbrochen. Eine Stadt, die durch Papier spricht.

Die Wiederholung der Zahl 28 erzeugt einen beinahe hypnotischen Rhythmus. Manche Fragmente wirken sorgfältig hinter Glas bewahrt. Andere scheinen bereits durch Sonnenlicht, Feuchtigkeit und Zeit halb aufgelöst.

Ein Bild verbirgt das nächste. Umgeknickte Ecken verdecken vergessene Details. Überall, wo der Blick landet, warten kleine Entdeckungen. Je länger man hinsieht, desto weniger abgeschlossen wirkt die Komposition.

Auf Textilien schafft diese Vielschichtigkeit eine außergewöhnliche Tiefe. Aus der Ferne grafisch und kraftvoll, aus der Nähe nahezu endlos zu erkunden.

ALMANAC fühlt sich weniger wie ein Fenster an und mehr wie Hongkong, das sich weigert, vereinfacht zu werden.

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